Realtime Research
out of osnabrooklyn
rad 2003-2

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1. out of osnabrooklyn 5:18
2. i love 8:36
3. final fumble 1:45
4. hongkong POP 4:38
5. # 2 5:41
6. more jazzjazz 8:20
7. the historic years 2:46
8. hmmpf 2:15
9. 49 echo 6:36


Videotracks:
1. hongkong POP
2. dark fred over #2
3. the historic years
4. 49 echo

Benno Glüsenkamp: drums
Matthias Mainz: trumpet
Daniel Meteo: powerbook g3
Daniel Speer: doublebass
Marc Weiser: powerbook g3
Matthias Groebel: video
Jörg Oswald: video

Recorded live without overdubs at Fattoria Musica, Osnabrück, July 2001
Engineerd, mixed and mastered by Uli Auer
49 echo mastered by Joker Nies
Produced by Matthias Mainz
Executive Producer: UK Rattay

Fernseh-, Film-, Computerwelten, un- und mittelbares Handanlegen, virtuelle
Begegnungen physisch existenter Personen/Persönlichkeiten in Cyberspace und
Echtzeit ? wie bitte??

" Fragen über Fragen" ? ein grundlegendes konzeptionelles Muß für Realtime
Research. Denn nicht um's müßige Präsentieren von vorübergehend gültigen
Ergebnissen geht es hier, sondern um das Wesen und den Beginn jenes
Prozesses, den das Forschen ausmacht.

Dem Weg-als-Ziel-Gemeinplatz könnte dieses sehr gemischte Septett
allerdings kaum ferner sein. Weniger eine Band als eine Idee, die Personal
braucht, um wahrnehmbar zu werden, ist Realtime Research Forschung in und
mit der Echtzeit - und nicht nach ihr. Ein Umsehen in den Zeit-Räumen
unserer direkten, unvermittelten Erfahrungswelten und den
Interaktionsebenen, auf denen Kommunikation zwischen der physischen Welt
und ihrer medialen Abbildung stattfinden kann.

Ein durchaus anspruchsvolles Unterfangen also statt des vertrauten
Jazz-trifft-Elektronik-Klischees aus ambienten Texturen, mikrobiotisch
knacksender 4/4-Rhythmik und angestopfter Jazztrompete bei mild-erbaulicher
Videokunst.

out of osnabrooklyn ist ein stilistisch freies multimediales Ganzes aus
improvisierter wie komponierter Musik zwischen Jazz, zeitgenössischer
Elektronik und Video. Im Herbst 2002 als The Show Where Mike Was Hurt in
Köln auf die Bühne gebracht, wurden Bilder vor Ort in Echtzeit in
Videosequenzen hineinprojeziert, die vielschichtigen Prozesse von
Improvisation, Aktion, Rezeption und Reaktion auf audio-visueller Ebene
ausgelotet und neu definiert und sofort wieder zur Disposition gestellt.
Vom "post-industrial bop" des Titeltracks und dem städtisch-meditativen
Flair von hongkong POP in die offenen, fallhohen Strukturen von #2 bis zum
weissen elektronischen Schleifen von Hmmpf spiegelt sich in diesen ohne
Netz und Overdubs eingespielten Aufnahmen die Lust und Erfahrung an der
Kunst des Unversuchten. Als extendend audio CD mit 4 Videoclips schafft das
RR-Debütalbum out of osnabrooklyn den ausiovisuellen Spagat trotz der
Beschränkungen des Mediums so bruchlos, dass Ton und Bild sich zueinander
verhalten wie Huhn und Ei.

 


Biographien:

Matthias Mainz (*1972), konzeptioneller Vater von RR, studierte Trompete
bei Manfred Schoof, spielte im Big Band Projekt mit Michael Brecker und
Dave Liebman und schrieb im Juni 2001 die Auftragskomposition "Jeanette"
für Trompete Solo und Tonband für Rochus Austs Installation "in our
time...?" beim Klangart Festival Osnabrück. Er erhielt im Juni 2001 den
Förderpreis der Stadt Köln für improvisierte Musik und im Herbst 2001 ein
Stipendium des Landes NRW für einen 3-monatigen New York Aufenthalt. Für
den Herbst 2003 ist die CD MIT TRAUMANTRIEB (rent a dog / EFA) zu Gedichten
von Paul Celan geplant.

Daniel Speer (*1972) studierte Kontrabass in Heidelberg-Mannheim und Köln,
arbeitete live und im Studio mit u.a. der Jungen Deutschen Philharmonie,
dem Renato Rosic Consort, Haydn Chisholm und Palindrom und nahm an
Hörspielproduktionen für WDR und NDR teil.

Daniel Peters/ DJ Meteo (*1973) begann als DJ im Ocean Club und Maria am
Ostbahnhof in Berlin, legte in Österreich, Frankreich, Deutschland und
Polen sowie bei internationalen Festivals wie dem Printemps de Bourges und
Summerjam auf. 2000 gründete er das Label meteo sound.

Das Hauptarbeitsfeld von Marc Weiser (*1966) ist das Musik- und
Videoprojekt Rechenzentrum, das 2001 mit Debütalbum und Festivalauftritten
u.a. beim ICM (London) und dem renommierten Sonar (Barcelona) für
Aufmerksamkeit sorgte. Als Gastmusiker arbeitet er für u.a. das E-Musik
Ensemble Zeitkratzer, hat für modernes Tanztheater komponiert und in seiner
Solo Guitar Show improvisierte Schlagerparaphrasen in Phantasie-Sprache
aufgeführt. Seit 5 Jahren ist er Mitveranstalter des int. Festivals für
elektronische Musik und neue Medien CLUB TRANSMEDIALE in Berlin.

Benno Glüsenkamp (*1974) schliesslich gilt seit langem als einer der besten
Schlagzeuger der Region. Er studierte bei Keith Copeland und Michael
Küttner in Köln, spielte für Hörspieleaufnahmen und als Sideman in den
Bands von u.a. Chris Dalgren, Billy Drewes und Marc Copland. Durch seine
unpuristische, gleichermassen expressive wie beherzte Spielweise ist er zum
Trommler in der Audio-Phalanx einer Einheit wie RR quasi prädestiniert.
Der Video- und Medienkünstler Jörg Oswald (*1966) studierte
Kommunikationsdesign und audiovisuelle Medien in Wuppertal und hat seit
1991 über 30 freie künstlerische Arbeiten veröffenlicht, darunter Kurzfilme
wie "Der Blechvogel" und "Das Bild im Kopf der Fernseher", die
"Klangschalen"-Installationen und das Bühnenbild für das multimediale
Gesamtkunstwerk "Ruhrwerk" (1998, Jahrhunderthalle).

Der Maler und Videokünstler Matthias Groebel (*1958) hatte bis heute um die
25 Einzel- und Gemeinschaftsaustellungen zwischen Köln, New York,
Maastricht, Berlin, San Francisco und anderswo.

Joker Nies (*1958) ist so etwas wie der Zentralprozessor des Kollektivs.
Seit Anfang der 80er experimentiert er mit Analog-Synthesizern und
entwickelte mit "MIDIGEN" eine Software zur Echtzeitsteuerung von
Synthesizern. Mit "raw electronics" wie dem Omnichord und modernem
elektronischen Equipment arbeitet er seit den frühen 90ern in
verschiedensten improvisierenden (mit John Butcher, Anna Lindblohm u.a.)
und programmorientierten Ensembles (Wollie Kaisers Timeghost, Yahoos) und
als Gast bei u.a. der Kölner Saxofon Mafia. Seit 1998 ist er festes
Mitglied bei den Klangdesignern X-OnRouge (u.a. Talking Exile, WDR 1998 und
Manson Revisited, WDR 1999).

 

 

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